Beim Mantelkauf erwirbt ein Investor die Anteile einer leeren oder überschuldeten Kapitalgesellschaft, vor allem um deren steuerliche Verlustvorträge zu nutzen. Der Gesetzgeber hat dieser Gestaltung mit § 8c Körperschaftsteuergesetz weitgehend einen Riegel vorgeschoben.
Wann gehen Verlustvorträge unter?
- Übertragung von mehr als 50 % der Anteile oder Stimmrechte innerhalb von 5 Jahren → voller Untergang
- Der Untergang betrifft sowohl Verlustvorträge als auch laufende Verluste des Übertragungsjahres
- Auch mittelbare Übertragungen (Beteiligungskette) zählen
Gibt es Ausnahmen?
Ja: Bleibt die Konzernzugehörigkeit erhalten (Konzernklausel) oder werden stille Reserven nachgewiesen (Stille-Reserven-Klausel), kann der Verlust ganz oder teilweise erhalten bleiben. Zusätzlich gibt es den fortführungsgebundenen Verlustvortrag (§ 8d KStG), wenn der Geschäftsbetrieb unverändert weitergeführt wird. Vor jedem Anteilsverkauf solltest du eine steuerliche Prüfung machen — sonst verlierst du Millionenbeträge an Verlustvortrag. Verwandt: Kapitalgesellschaft, Körperschaftsteuer.


