Eine Holdinggesellschaft ist eine Kapitalgesellschaft, deren Hauptzweck das Halten und Verwalten von Beteiligungen an anderen Unternehmen ist. Operativ tritt sie meist nicht in Erscheinung — dafür bietet sie steuerliche, haftungsrechtliche und nachfolgeplanerische Vorteile. Typische Konstellation: Eine Holding-GmbH hält 100 Prozent der Anteile an einer operativen Tochter-GmbH. Rechtsgrundlage für den Steuervorteil ist § 8b KStG.
Welche Steuervorteile bringt die Holding?
- Dividenden der Tochter sind zu 95 Prozent steuerfrei (effektive Belastung ca. 1,5 Prozent)
- Verkaufsgewinne aus Tochteranteilen ebenfalls zu 95 Prozent steuerfrei
- Reinvestition in neue Beteiligungen ohne Liquiditätsverlust durch Steuern
- Bei operativer Tochter-GmbH bleibt die Gewerbesteuer auf Ebene der Tochter
Wann lohnt sich die Holdingstruktur?
Sinnvoll ist eine Holding bei geplanten Beteiligungsverkäufen, beim Aufbau mehrerer operativer Einheiten und für die steueroptimierte Vermögensbildung. Beim Verkauf einer Tochter zahlst du in der Holding effektiv nur etwa 1,5 Prozent Steuern auf den Veräußerungsgewinn — gegenüber rund 28 Prozent bei direktem Verkauf durch eine natürliche Person nach Teileinkünfteverfahren. Gründung steuerneutral nach § 21 UmwStG mit anschließender 7-jähriger Sperrfrist. Tipp: Operative Risiken sollten bei der Tochter bleiben, Vermögensaufbau in der Holding stattfinden. Verwandt: Holdingstruktur, Kapitalgesellschaft.


